| Fans und Fachwelt verblüfft |
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Sechseinhalb Jahre spielen die Tischtenniscracks des TV Hilpoltstein nun schon in der 2. Bundesliga. An diesem Wochenende schafften sie die wohl größte Überraschung ihrer Bundesliga-Geschichte: der 9:6-Erfolg beim bisherigen Tabellenführer TTC Frickenhausen verblüffte Fans und Fachwelt gleichermaßen. Von Abstiegssorgen kann keine Rede mehr sein, sie sind quasi über Nacht verflogen. Der derzeit sechste Tabellenplatz verschafft dem Zweitligaverein mit den meisten Zuschauern in Deutschland Luft – und das Gefühl, in jedem Spiel, und sei es gegen die Besten, eine Chance zu haben. Am Freitagnacht, nach der wie immer langen Sportlerehrung des Landkreises, fachsimpelten Alexander Flemming, der Spitzenspieler, und Bernd Beringer, der Teamchef, noch bei einem Bier in der Hilpoltsteiner Kultkneipe „Zwinger“. Sie verspürten ein „gutes Gefühl“ vor der Reise ins Schwäbische. „Wir haben nichts zu verlieren“, schaltete sich Urgestein Felix Bindhammer fernmündlich aus Würzburg ein, seinem beruflich bedingten derzeitigen Standort. Ein Wechselbad der Gefühle dann bei der Ankunft in der Tischtennis-Hochburg Frickenhausen. Benni Rösner war mit starkem Fieber angereist, gehörte eher ins Bett als an die Tischtennisplatte. Doch auch Frickenhausen musste ein Missgeschick verkraften: der japanische „Springfloh“ Masataka Morizono, 16, war noch nicht aus Nippon eingetroffen, der württembergische Jugendmeister Daniel Hartmann, 17, musste „einspringen“. Den ersten Paukenschlag setzten tatsächlich die lockeren Gäste: Gegen das serbisch-ungarische Spitzendoppel Sel/Nagy zeigten Dickhardt/Bindhammer ihre bis dato beste Saisonleistung, nach dem Fünfsatzsieg erwies sich der glückliche Felix als „Tanzbär in der Box“, eine eher seltene Einlage, die er nach seinem erstmaligen Erfolg gegen den 16-jährigen Qiu Liang, eines der größten Tischennis-Talente Deutschlands, glatt wiederholte. Mit wilden Anfeuerungsschreien puschte derweil Alexander Möst seine Kameraden nach vorne. Doch nicht nur das: Als es beim Stand von 8:6 darauf ankam, den Sack zuzumachen, war der bisher sieglose Kapitän plötzlich wieder der alte: kämpferisch, explosiv und mutig fegte er den jungen Hartmann vom Tisch – die Sensation war perfekt. Die Freudentänze in der Halle und die Siegesgesänge in den Umkleidekabinen hauchten selbst dem niedergeschlagenen Benni Rösner – er musste seine Spiele letztlich abschenken - wieder etwas Leben ein. Eher still und nachdenklich genoss derweil Bernd Beringer den historischen Sieg in einer Ecke der Halle. Er war tief beeindruckt vom Teamgeist seiner Mannschaft, von der wieder mal fantastischen Leistung seines Spitzenspielers Alexander Flemming, von Nico Christ, der sich nicht nur seiner kämpferisch und spielerisch glanzvollen Siege wegen immer besser ins Hilpoltsteiner Team integriert, vom nervenstarken Dennis Dickhardt, der den beiden Qiu-Söhnen Dang, 15, und Liang, 16, die Zähne zog, und von der wiedererweckten Leidenschaft, mit der ein Felix Bindhammer sein immer noch vorhandenes großes Können zelebriert. Auch der Kapitän bekam diesmal ein dickes Lob: gut gemacht, Alex – die nächsten schweren Aufgaben können kommen! TTC Frickenhausen II – TV Hilpoltstein 6:9 Sel/Nagy – Dickhardt/Bindhammer 4:11, 9:11, 11:2, 11:8, 8:11; Qiu L./Hartmann – Flemming/Christ 5:11, 6:11, 9:11; Qiu D./Qiu X. – Rösner/Möst 11:8, 9:11, 11:7, 11:8; Sel – Christ 11:6, 6:11, 11:9, 15:13; Nagy – Flemming 11:6, 7:11, 9:11, 10:12; Qiu L. – Bindhammer 7:11, 11:6, 9:11, 11:2, 3:11; Qiu D. – Dickhardt 14:16, 5:11, 7:11; Qiu X. – Möst 11:3, 11:2, 11:8; Hartmann – Rösner 11:6, 6:11, 11:4, 11:5; Sel – Flemming 12:10, 5:11, 7:11, 3:11; Nagy – Christ 8:11, 11:5, 10:12, 3:11; Qiu L. – Dickhardt 16:18, 11:13, 3:11; Qiu D. – Bindhammer 10:12, 13:11, 11:6, 11:8; Qiu X. – Rösner 11:0, 11:0, 11:0; Hartmann – Möst 11:5, 3:11, 11:8, 2:11, 8:11. |




















